Städtepartnerschaftsverein

Ich bin Vorsitzender des Deutsch-Griechisch-Türkischen Städtepartnerschaftsvereins Castrop-Rauxel. Der Verein begleitet die Städtepartnerschaften von Castrop-Rauxel mit Trikala in Griechenland und Zonguldak in der Türkei.

Das klingt erstmal sehr offiziell. Aber eigentlich geht es um etwas sehr Konkretes: Menschen kommen miteinander in Kontakt. Vereine, Schulen, Krankenhäuser, Universitäten, Verwaltungen und engagierte Bürgerinnen und Bürger lernen sich kennen, besuchen sich und entwickeln gemeinsame Projekte.

Die Verbindung mit Trikala und Zonguldak passt besonders gut zu Castrop-Rauxel und zum Ruhrgebiet. Viele Menschen mit griechischer und türkischer Familiengeschichte leben hier. Viele Beziehungen nach Griechenland und in die Türkei bestehen seit Jahrzehnten — durch Arbeit, Familie, Kultur, Freundschaften und Vereinsleben.

Aus diesen Kontakten sind auch praktische Projekte entstanden. Ein Beispiel ist die Zusammenarbeit mit der Bülent-Ecevit-Universität in Zonguldak und dem St. Rochus Hospital in Castrop-Rauxel. Studierende aus den Bereichen Pflege, Physiotherapie und Rehabilitation konnten praktische Erfahrungen in Castrop-Rauxel sammeln.

Zur Partnerschaft mit Trikala gehört auch die Auseinandersetzung mit jüdischer Geschichte. Die Wiedereinweihung der Synagoge in Trikala war dafür ein wichtiges Zeichen: für Erinnerung, Verantwortung und jüdisches Leben in Europa.

Und genau deshalb ist diese Partnerschaft mehr als ein offizieller Austausch. Sie ist historisch gewachsen. Viele Menschen im Ruhrgebiet haben ihre Familiengeschichten, ihre Erfahrungen und ihre Verbindungen aus Griechenland und der Türkei mitgebracht. Diese Partnerschaft greift das auf und macht daraus etwas Gemeinsames — zwischen Castrop-Rauxel, Trikala und Zonguldak.

Suche